Nur zwei Bodies für die gesamte Wickelzeit – geht das?

Nur zwei Bodys für die Gesamte Wickelzeit? Geht das?

Weniger waschen, weniger Kleidung und somit weniger Zeug und Arbeit. Klingt erstmal gut, oder?

Das dachte ich auch. Als ich dann gesehen habe, dass ich über 30€ für nur einen der gehypten Wollbodies ausgeben soll, hat es mir fast die Schuhe ausgezogen. Allerdings hatte ich dabei nicht berücksichtigt, dass man WIRKLICH weniger Bodies braucht.

Doch fangen wir von vorne an…

Bei unserem ersten Kind hatte ich locker fünfzehn Baumwollbodys pro Kleidergröße. Und trotzdem waren permanent alle in der Wäsche! Das mag daran gelegen haben, dass unser Sohn ein Speikind war (da hat das beste Halstuch nichts genützt). Oder vielleicht auch daran, dass uns am Anfang häufig die Windeln ausgelaufen sind.

💡 Tipp: Wenn du auch mit auslaufenden Stoffwindeln zu kämpfen hast, schau dir unbedingt meinen Kurs „bye bye auslaufende Stoffwindeln“ an.

Irgendwann bin ich beim Stöbern über einen Blogartikel gestolpert, in dem eine Mama total begeistert berichtet hat, dass sie auf Bodies aus Wolle und Wolle-Seide umgestiegen ist. Angeblich sei der Wolle-Body ein ganzes Jahr lang mitgewachsen und sie hat nur zwei Stück davon gebraucht.

Never ever, dachte ich. Wie sollte das auch gehen? Ein neugeborenes Baby wiegt 3,5 kg und ein Kleinkind 10 kg. Wie sollten die in das gleiche Kleidungsstück passen?

Und so habe ich den Blogartikel kopfschüttelnd zugemacht und nicht mehr drüber nachgedacht. Ok das stimmt nicht ganz.

Ich musste STÄNDIG wieder dran denken… ich wollte einfach wissen wie das geht!

Ich hatte keine Ahnung von Stoffen

Obwohl meine Oma Schneidermeisterin ist, habe ich mich nie wirklich mit Stoffen und den verschiedenen Materialien beschäftigt. Nähen konnte ich nicht und so habe ich mir meine Kleidung von der Stange gekauft, ohne mir genau anzuschauen, was ich da kaufe.

Das hat sich erst geändert, als ich die Ausbildung zur Stoffwindelberaterin gemacht habe. Nach und nach hatte ich immer mehr Berührungspunkte mit verschiedensten Materialien, aus denen Stoffwindeln hergestellt sind und habe gelernt welche Eigenschaften diese haben. Was natürlichen Ursprungs ist und was nicht.

Und so wurde ich auch auf die Eigenschaften von Wolle aufmerksam. Und natürlich von Polyester. Dabei ist mir auch klar geworden, warum ich in meiner Polyesterkleidung gleichzeitig friere und schwitze. Kommt dir vielleicht bekannt vor…?

Spoiler: Seit dieser Erkenntnis stelle ich meinen Kleiderschrank nach und nach auf Naturmaterialien um. Der Unterschied ist wirklich verrückt! Ich fühle mich so viel wohler in meiner Haut 🙂

Doch zurück zu den Bodys! In meiner Ausbildung habe ich gelernt, dass Wolle bis zu 30% ihres Eigengewichts an Feuchtigkeit aufnehmen kann, ohne sich nass anzufühlen. Ganz im Gegenteil zu Baumwolle, die saugt auf und fühlt sich nass an. Deswegen wird diese als Saugmaterial benutzt und die Wolle als Überhose.

➡️ Mehr zu den Materialien von Stoffwindeln erfährst du bald in einem anderen Blogartikel 🙂

Aber wo ist der Zusammenhang mit Bodys?

Unser schwitzendes Kind

Es gibt diese Kinder, die immer kalte Hände und Füße haben und noch ein Jäckchen drüber brauchen. Und es gibt diese Kinder die immer schwitzen. Unser Kind gehört zur zweiten Kategorie.

Unser Sohn war jede Nacht in seinem Baumwollbody nassgeschwitzt

Schon als Baby hatte unser Sohn jede Nacht einen nassgeschwitzten Body. Und nein, er trug keinen Schlafsack, den haben wir nicht gebraucht.

Doch sollte ich ihn einfach in den nassen Sachen weiterschlafen lassen? Ich fand den Gedanken total unangenehm.

Mehrmals die Nacht umziehen war auch nicht wirklich eine Option, weil ich ihn nicht wecken wollte. Doch welche Optionen gibt es sonst noch?

Richtig. Der Body aus Wolle.

Na gut! Ein einziger Body, dachte ich. Ich teste es einfach mal aus. Wenns ein Fehlkauf war, kann ich den Body sicher wieder verkaufen.

Und so hab ich meinen ersten Wolle-Seide Body bestellt.

Die erste trockene Nacht

Ich konnte es kaum glauben, doch es war wirklich so: Als unser Sohn den neuen Wolle-Seide-Body an hatte, hat er einfach nicht geschwitzt!

Wobei – so ganz richtig ist das wahrscheinlich nicht. Geschwitzt hat er vermutlich trotzdem, doch das Material hat den Schweiß aufgenommen und vom Körper weggeleitet. Und weil Wolle so viel Feuchtigkeit aufnehmen kann, ohne sich nass anzufühlen, bedeutete das: trockene Kleidung + trockenes Kind. Genial oder?

Ich war sofort begeistert und wollte natürlich mehr davon! Und so blieb es nicht bei nur einem Body…

Wasch- und Pflegeaufwand

Kommen wir zu einem der größten Vorurteile gegenüber Wolle: dem Wasch- und Pflegeaufwand.

Wolle kann nicht mit deiner normalen Kleidung in die Wäsche. Sie könnte durch die hohe Temperatur und Reibung filzen und somit schrumpfen. Und das willst du bei einem Body für über 30€ vermutlich eher nicht riskieren.

Du kannst Wolle bei 20-30 Grad in der Maschine mit einem Feinwaschmittel waschen. Mit 400 Umdrehungen machst du sicher nichts falsch und deine Kleidung bleibt lange schön. Beachte dabei allerdings, dass nicht alle Waschmaschinen auch wirklich auf der angegebenen Temperatur waschen. So gab es sicher schon die ein oder andere böse Überraschung. No risk no fun, sagt man doch so schön.

Handwäsche unserer Wollkleidung

Da wir nur sehr wenige Wollteile hatten, hat es sich für mich einfach nicht gelohnt, extra eine Waschmaschine anzustellen. Vor allem, weil ich dazu in den Keller laufen muss.

Deshalb habe ich die Wollkleidung unseres Sohnes (und später auch die Windeln) einfach von Hand im Waschbecken ausgewaschen.

Schüssel mit lauwarmem Wasser, ein Schuss Wollwaschmittel, fünf Minuten durchkneten, ausdrücken, zum Trocknen hinlegen – und am gleichen Tag sind die Sachen wieder trocken.

Das mache ich übrigens heute noch so. Und das obwohl wir mittlerweile so viel Wollkleidung haben, dass sich die Maschine wirklich lohnen würde.

Es ist wirklich super easy. Das beste daran?

Wolle hat selbstreinigende Eigenschaften. Sie fängt nicht direkt an zu müffeln, so wie die Bodys aus Baumwolle. Sie muss also viel seltener gewaschen werden, auslüften reicht in vielen Fällen aus. Gewaschen wird Wollkleidung nur alle 2-4 Wochen, je nachdem wir häufig sie benutzt wird.

An was liegt das?

Wolle nimmt den Schmutz nicht in der Faser auf, er bleibt sozusagen obendrauf liegen. Deshalb können z.B. Wollwalk-Overalls die voller getrocknetem Schlamm sind, super gut mit einer Bürste gereinigt werden.

Bei (ausgespuckter) Muttermilch funktioniert das leider nicht so gut, doch hier reicht ein kurzes Auswaschen unter dem Wasserstrahl und die Kleidung ist wieder sauber! Für die gezielte Behandlung von Flecken, kannst du vorsichtig mit einem Stück Lanolinseife über den Stoff reiben.

Reichen wirklich zwei Bodys?

Ich würde sagen das kommt auf die Jahreszeit und auf dein Baby bzw. sein Alter an.

Spuckt dein Baby sehr viel (lass das unbedingt vom Osteopathen und/oder einer Stillberaterin checken) dann wirds mit zwei Bodys wahrscheinlich eng. Zumindest wenn du nicht möchtest, dass dein Baby längere Zeit einen vollgespuckten Body trägt. Halstücher sind dennoch eine sehr gute Empfehlung an der Stelle, die retten uns regelmäßig 😉

Bei unserem Sohn sind wir mit zwei kurzarm und zwei langarm Bodys aus Wolle-Seide super zurecht gekommen. Mehr haben wir trotz Speikind wirklich nicht gebraucht. Zu dem Zeitpunkt war er allerdings schon 8 Monate alt, das Spucken war also deutlich reduziert im Vergleich zur Neugeborenenzeit.

Im Winter hätten vermutlich auch zwei langarm Bodys gereicht, doch da sind wir beim nächsten Punkt: Die Bodys wachsen tatsächlich länger mit, da der Stoff sehr dehnbar ist und nach der Wäsche schön in die Länge gezogen werden kann.

Das trifft allerdings nicht auf jeden Body zu. Aber dazu später mehr 🙂

Für Baby Nr. 2 nutzen wir aktuell tatsächlich nur zwei Bodys. Mehr brauchen wir auch nicht, da die zum einen super fix von Hand ausgewaschen und getrocknet sind, wenn was dran kommt und zum anderen nutzen wir die meiste Zeit Abhaltekleidung. Die macht Bodys sowieso hinfällig, aber das zeig ich dir bald in einem separaten Blogartikel 🙂

Markenempfehlungen

Mittlerweile bekommst du Wollkleidung bei sämtlichen Herstellern auch zu teils sehr günstigen Preisen. Es gibt da jedoch einen Haken.

Und zwar das Mulesing.

Wenn du kein unnötiges Tierleid fördern möchtest, achte darauf, dass die Wolle mulesingfrei bzw. kbT (kontrolliert biologische Tierhaltung) geprüft ist.

Was bedeutet das? Durch Züchtung auf maximale Wollproduktion haben Merinoschafe heute so viele Hautfalten am Hinterteil, dass sich dort Fliegenlarven einnisten können. Um das zu verhindern, werden große Hautfalten am Hinterteil der Schafe mit einem Messer herausgeschnitten. In vielen Fällen ohne Narkose.

Mulesingfrei bedeutet, dass dieser Eingriff gar nicht stattfindet.

Es gibt viele etablierte Hersteller von Wollkleidung, die ein kbT-Siegel haben. Bei kbT sind Eingriffe am Tier wie das Kupieren des Schwanzes oder Mulesing ausdrücklich verboten.

Das sind meine persönlichen Favoriten, die kbT geprüft, bzw. mulesingfrei sind:
Dilling – tolle Qualität, schöne Auswahl an Wolle-Seide. Eher eng anliegend
Engel – Klassiker, sehr hochwertig, seit Jahrzehnten bewährt
Cosilana – gute Qualität zu fairem Preis
Joha – die Wolle ist nicht naturbelassen, sondern chemisch behandelt, damit sie maschinenwaschbar ist (mulesingfrei – aber nicht kbT zertifiziert)
Alana – gibt’s sogar im dm, perfekt für den ersten Test ohne großen Invest!

Sicher gibt es noch viele andere gute Anbieter! Das sind die „Klassiker“ die in der Nische bekannt sind und auch gut auf dem Gebrauchtmarkt gehandelt werden.

Ein Jahr lang mitwachsend – ein Mythos?

Dieser Abschnitt enthält Werbung in Kooperation mit Petit Cochon.

Wie ich vorhin bereits erwähnt hatte, wächst nicht jeder Wollbody ein ganzes Jahr lang mit. Die Aussage ist so also nicht ganz richtig, bzw. trifft bei vielen Bodys nur auf sehr schmale, kleine Kinder zu.

Bei Kind 2 hatte ich sogar einen Kaschmirbody der bereits nach wenigen Wochen zu klein war. Ich vermute jedoch, dass die Fasern bereits etwas eingegangen und somit nicht mehr so dehnbar waren, da ich ihn gebraucht gekauft hatte.

Die meisten Bodys die wir hatten sind über ca. 2 Größen mitgewachsen. Manche auch etwas länger, das kommt ganz auf die Statur des Kindes, das Material und den Schnitt des Bodys an.

Doch EIN Body wächst wirklich lange mit… und zwar aufgrund einer patentierten Technik!

Die Rede ist vom Loop Body, des Berliner Labels „Petit Cochon“!

Was macht ihn besonders? Wie der Name schon verrät: die patentierte Loop-Funktion, denn der Body kommt ganz ohne Knöpfe aus!

Er kann über den Kopf oder von unten angezogen werden und wächst dank des Loop-Schnitts bis zu einem Jahr lang mit. Das beste: Unter dem Body ist genug Platz für einen Stoffwindelpo! 🙌

Wir haben 2 Stück in Größe 0M und ja, das sind unsere einzigen Bodys. Mehr brauchen wir wirklich nicht! Und wenn die gleichen Bodys nicht die gesamte Wickelzeit mitwachsen, werden die kleinen verkauft und durch größere ersetzt. Also ja, du kannst mit zwei Bodys durch die gesamte Wickelzeit kommen!

Wie funktioniert der Loop Body?

Ich finde den Body super praktisch, weil er sogar im Stehen an- und ausgezogen werden kann und somit auch für mobile Kleinkinder geeignet ist. Außerdem sind die Bündchen an den Armen so geschnitten, dass sie nicht hochrutschen, wenn du weitere Kleidung drüber ziehst.

Der Stoff des Kaschmir-Mix-Bodys ist so dünn und weich, für den heißen Sommer ist der wirklich perfekt, besonders für Schwitze-Babys!

Mit meinem Rabattcode „kleinewelt“ kannst du 10% auf deine Erstbestellung sparen ❤️

🤫 Pssst: Bei Petit Cochon gibt es noch mehr als nur den Loop Body. Schau dich ruhig mal um, die Kleidung ist wirklich wunderschön und funktional!

Den Loop Body stelle ich dir übrigens bald in einem eigenen Blogartikel ausführlich vor. Ich freu mich schon drauf!

Mein Fazit

Wahrscheinlich überrascht es dich nicht, dass Kind 2 von Geburt an nur Kleidung aus Wolle, Wolle-Seide und Kaschmir trägt. Unsere Ausstattung ist diesmal wirklich minimalistisch. Einfach aus dem Grund, dass wir nicht viel Kleidung benötigen. Und ich liebe es!

Wollkleidung ist nicht nur was für Ökos oder besonders nachhaltige Eltern. Sie ist für Eltern, deren Babys zum Schwitzen oder Frieren neigen. Für Eltern, die weniger waschen wollen, weniger Zeug brauchen und einfach entspannter durch den Alltag kommen wollen.

Und noch ein Argument, das ich lange nicht auf dem Schirm hatte: Wollkleidung lässt sich gebraucht noch richtig gut verkaufen. Wer kennt es nicht: man versucht, Babykleidungspakete weiterzugeben und am Ende verschenkt man alles fast umsonst, weil niemand wirklich was dafür bezahlen möchte.

Bei Wolle ist das anders. Der Wiederverkaufswert ist deutlich höher. Unterm Strich ist Wollkleidung also gar nicht so teuer wie sie auf den ersten Blick wirkt – der Nutzen und der Mehrwert sind einfach viel größer.

Gönn dir einen einzigen Body zum Testen. Ich wette, du bist danach genauso begeistert wie ich. Und dann gibt es kein Zurück mehr 🤭

Wie siehts bei dir aus? Nutzt du bereits Kleidung aus Wolle oder möchtest es mal austesten?

Ich bin gespannt auf deinen Kommentar!

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