Die Weihnachtszeit ist da! Und auch wenn du dich im Kreise deiner Lieben auf gemütliche Stunden und leckeres Essen freust – nicht jeder kann nachvollziehen, warum du dich für Stoffwindeln entschieden hast oder dein Baby abhälst.

Vielleicht bekommst du auch Kritik weil dein Kind noch nicht trocken ist oder auch weil du „viel zu früh“ damit angefangen hast und es damit unter Druck setzen könntest.

Ungefragte Ratschläge und Kritik sind oft gar nicht böse gemeint und haben trotzdem das Potenzial, die Stimmung zu kippen! Damit das nicht passiert, habe ich dir hier etwas ausgearbeitet, dass dir dabei helfen soll, gelassen und deeskalierend reagieren zu können.

Schaus dir gleich an!

Stell dir vor, du sitzt mit deiner ganzen (Schwieger)-Familie zusammen am Tisch, das Essen wird auf dem festlich geschmückten Tisch hergerichtet und alle warten sehnsüchtig auf den ersten Bissen.

Und dann passierts: Genau in dem Moment, in dem das Essen beginnt, merkst du, dass dein Baby anfängt zu drücken und quängeln. Es muss mal! Oh no….. Welche Ausrede kannst du dir jetzt einfallen lassen, um schnell vom Tisch zu verschwinden?

Irgendwie unangenehm, schließlich hat der größte Teil der Familie sicher noch nie was vom Abhalten gehört. Also, wie reagierst du?

Drei mögliche Reaktionen

Möglichkeit 1

Du gehst ganz locker damit um, als wäre es das Normalste auf der Welt!

„Oh, da muss jemand kurz aufs Klo. Wir sind gleich wieder da!“

Du verschwindest mit deinem Baby im Bad, hältst es ab, kommst zurück an den Tisch und machst weiter, als wäre nichts Besonderes passiert. Die Wahrscheinlichkeit ist natürlich hoch, dass jetzt Rückfragen kommen á la: „Warst du etwa grad mit dem Baby auf dem Klo?“

Dann kannst du sagen:

„Ja klar, das machen wir schon seit einiger Zeit so. Ich merke oft genau, wann mein Baby muss und es würde sich für mich komisch anfühlen, das einfach zu ignorieren. Außerdem geht es viel schneller als Wickeln und unser Baby hat nie Probleme mit Bauchweh.“

Das könnte Reaktionen auslösen, wie:

  • „Ich wusste nicht, dass Babys sowas können.“
  • „Das stell ich mir irgendwie stressig vor.“
  • „Musst du dein Baby dann den ganzen Tag beobachten, damit du weißt, wann es muss?“
  • „Von so einem verfrühten Töpfchentraining halte ich nichts, das ist doch schädlich!“

Und da kannst du auch wieder ganz gelassen drauf reagieren und sagen:

  • „Ja, ich wusste das lange auch nicht, aber es ist total genial!“
  • „Nö, ist gar nicht stressig, wir findens viel einfacher so!“
  • „Schädlich wäre es, wenn wir unser Kind dazu zwingen würden. Doch wir reagieren nur auf die Grundbedürfnisse. Mit dem Hund gehen wir schließlich auch raus, wenn er muss.“
  • „Ich kann mir nicht vorstellen, dass es in irgendeiner Weise schädlich ist, auf die Grundbedürfnisse des Babys einzugehen. Während sich andere Babys mit Bauchweh quälen, lächelt unseres glücklich, wenn es sein Geschäft ins Töpfchen gemacht hat.“
  • „Findest du es nicht komisch, dass jeder bereit ist, für den Hundewelpen mitten in der Nacht aufzustehen, um mit ihm rauszugehen – uns bei unseren eigenen Babys aber der Aufwand zu groß ist und wir sie lieber in eine Windel machen lassen?“
  • „Für mich ergibt es keinen Sinn, meinem Baby anzugewöhnen in die Windel zu machen, um es ihm später wieder abzugewöhnen. Vor allem nicht, wenn es mir so deutlich signalisiert, wenn es mal muss.“

Und wenn dann weitere Nachfragen kommen, die du nicht weiter beantworten möchtest, ist es doch voll ok wenn du eine Grenze ziehst und sagst:

  • „Ich möchte mich jetzt gerne dem Essen widmen und nicht über die Ausscheidungen meines Babys reden.“
  • „Jetzt möchte ich essen, wir können gerne nachher nochmal drüber reden, wenn du mehr dazu wissen willst.“

Möglichkeit 2

Du behältst es für dich, weil du keine Grundsatzdiskussionen starten willst und gehst dein Baby einfach „wickeln“.

„Oh, da braucht jemand eine frische Windel, ich bin gleich wieder da!“

Ich bin mir zu 100% sicher, dass in manchen Fällen dann sowas kommt wie „JETZT? Wir essen doch jetzt, das kannst du doch nachher machen!“

Und dann könntest du sowas sagen wie:

  • „Ich machs lieber gleich, sonst läuft die Windel aus.“
  • „Wär mir unangenehm, wenn euch der Geruch beim Essen stört, geht ja ganz schnell!“
  • „Ich finds unangenehm, wenn mein Baby in seinen Ausscheidungen sitzen muss. Ich selbst wollte auch gleich sauber gemacht werden. Du nicht?“

Also da wird ja sicher keiner was dagegen haben 😉 Und dann verschwindest du und kannst dein Baby in aller Ruhe kurz abhalten, ohne, dass überhaupt jemand was davon mitbekommt.

Es ist völlig legitim, wenn du keine Kapazitäten für Diskussionen hast. Mach es so, wie es für dich passt.

Möglichkeit 3

Deine letzte Option ist, dass du aufs Abhalten verzichtest und dein Baby einfach wickelst. Ob das für dich in Frage kommt, hängt wohl von mehreren Faktoren ab:

  • Signalisiert dein Baby sehr deutlich und es stresst dich total, das zu ignorieren?
  • Bemerkst du die Signale in der Regel sowieso nicht und hältst nur nach Standardsituationen ab?
  • Haben deine Windeln genug Saugkapazität, so dass du entspannt bleiben kannst, auch wenn ihr aus dem Rhythmus seid?
  • Merkst du, dass das Abhalten in fremder Umgebung sowieso nicht klappt, weil dein Baby viel zu abgelenkt und überreizt ist?
  • Bist du durch die Gespräche mit der Familie so abgelenkt, dass du die Signale deines Babys wahrscheinlich öfter verpasst?
  • Fordert sich dein Baby das Abhalten regelrecht ein und weint so lange, bis darauf eingegangen wird?

Jedes Baby ist anders. Jede Familie ist anders. Egal wie du dich entscheidest, jede Entscheidung ist ok, so lange DU fein damit bist. Finde DEINEN Weg.

Übrigens:

Manche Menschen fühlen sich vielleicht angegriffen, weil sie das mit ihren Babys nicht gemacht haben und deshalb das Gefühl bekommen, sie wären schlechte Eltern gewesen oder du würdest ihnen das indirekt vorwerfen. Das hat nichts mit dir zu tun und darum geht es auch gar nicht. Es fühlt sich für euch richtig an und deshalb macht ihr das. Und das ist das Einzige das zählt ❤️

Mein Geschenk für dich

In meinen Beispielen habe ich mich aufs Abhalten beschränkt. Doch was, wenn es um Kritik an den Stoffwindeln geht? Oder Kommentare zum Windelabschied kommen?

Vielleicht fragst du dich auch, ob du während der Feiertage mit dem Töpfchen pausieren sollst, um deinem Kind Peinlichkeiten oder unangenehme Kommentare zu ersparen?

Dann hab ich da etwas für dich…. und zwar eine PDF mit ganz viel hilfreichem Input!

Und die bekommst du völlig kostenlos! Und zwar hier:

Fazit

Ich persönlich würde mich nicht verbiegen, damit es keine unangenehmen Diskussionen zu dem Thema gibt. Warum?

Wenn niemand darüber spricht, erfährt auch keiner davon. In unserer Gesellschaft ist Abhalten leider immer noch völlig unbekannt und das darf sich gerne ändern!

Und wenn Cousin oder Cousine mit am Tisch sind, die gerade auch ein Baby haben und davon im ersten Moment noch nichts wissen wollen, heißt das nicht, dass sich das nicht noch ändern kann.

Vielleicht reagieren sie erst mal kritisch und testen es dann zuhause heimlich aus, wenn sich ihr Baby das nächste mal mit Bauchweh windet. Und vielleicht klappt es dann sogar und sie erzählen wieder anderen davon. Das wäre doch genial oder?

Es ist auf der anderen Seite auch völlig ok, wenn du das nicht an die große Glocke hängen willst. Vielleicht ist das alles für dich selbst gerade noch Neuland und du fühlst dich noch zu unsicher, um Gespräche darüber führen zu können.

Und das ist völlig ok! Mach es so, wie es für dich passt!

Ich wünsche dir eine wundervolle und gesegnete Weihnachtszeit

Deine Patrizia

Kommentar verfassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Nach oben scrollen